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Digitalisierung – wenn nicht jetzt, wann dann… und wie?


In diesen so nie dagewesenen Zeiten sind Ausblicke auf die Zukunft ungewiss, manch einem wird bei gar zu positivem Planen für „nach Corona“ (wann immer das nun effektiv sein wird) sogar naive Blauäugigkeit vorgeworfen. Doch muss eine weltweite Pandemie nicht Stillstand und Stagnation bedeuten. Im Gegenteil, diese Krise mit ihren unbekannten Ausmaßen und Auswirkungen kann sogar eine Chance bedeuten, aus der Betriebe und Arbeitende gestärkt hervorgehen können. Damit meinen wir nicht unbedingt die astronomischen Umsätze von Herstellern von Schutzausrüstung, Impfstoffen und Desinfektionsmitteln, auch wenn durch den steigenden Druck das Gesundheitswesen und verwandte Industrien teils sprunghafte Fortschritte erzielen kann. Doch haben die neuen Anforderungen des Home-Office, der Kontaktminderung und -vermeidung und der Kommunikation mit Mitarbeitern, Kunden und Zulieferern einigen Betrieben aller möglichen Sparten aufgezeigt, wie viele Lücken und Schwächen ihre dahingehenden Konzepte hatten und haben.


Ab einem gewissen Punkt hilft Aus- und wieder Einschalten auch nicht mehr.

Abgesehen von den zu erwartenden Nachwehen der eiligen Umstellung hat sich der Druck durch die Pandemie aber auch als Katalysator und Beschleuniger für einen Trend herausgestellt, der bereits in den letzten Jahren von einzelnen Betrieben umgesetzt wurde, wenn auch nur „freiwillig“ und zuerst im kleinen Stil: Die Digitalisierung. Was zuerst nur ein „nice to have“ war, ein Nebensatz in längerfristigen Plänen für die nächsten 10 Jahre, ist nun Realität geworden – und stellt manche Branchen vor große Herausforderungen. Denn nicht nur die momentane Krise übt Druck auf Unternehmen aus, auch der Markt selbst bestraft diejenigen, die nicht mitziehen. Gerade lässt sich ein vermehrtes Aufkommen von neuen „disruptiven Technologien“, wie zum Beispiel Künstliche Intelligenz, beobachten, die das Potenzial besitzen, ganze Märkte und Branchen zu revolutionieren und Altbekanntes auf den Kopf zu stellen. Wer nicht am Ball bleibt, an dem zieht die Konkurrenz bald vorbei. Vielen geht dies scheinbar relativ leicht von der Hand; in der Bau- und Immobilienbranche boomt die Umstellung auf ortsunabhängige Verwaltungslösungen und in der fertigenden Industrie ist die Home-Office-Fernwartung der komplexen Werkzeugmaschinen auf dem Vormarsch. Auch in anderen Lebensbereichen wie Kunst und Kultur weiß man inzwischen um den Wert eines gut gepflegten digitalen Ansatzes – Lust auf eine virtuelle Tour, Meter für Meter, durch das Museum Schloss Tirol? Hier entlang!


Handfeste Lösungen müssen her – individuell zugeschnitten


„Diese Best Practice-Beispiele sind ja recht cool, doch was bringt das jetzt für mich? Brauche ich das alles überhaupt, diese Digitalisierung? Wo soll ich denn damit anfangen?“, werdet ihr euch jetzt vielleicht fragen. Die Zweifel sind berechtigt; ein perfekter Lösungsansatz für eine stahlverarbeitende Riesen-Fertigungshalle hat für ein einzelnes Mittelstands- oder Kleinunternehmen oder gar einen Freiberufler relativ wenig Belang. Doch das ist kein Problem, sondern viel mehr ein Freibrief zur Introspektion des Betriebs und zur genauen Analyse, woran denn Bedarf besteht und wie dieser erfüllt werden kann, um dann eine maßgeschneiderte Lösung zu entwickeln und anzuwenden. So weit zur Theorie. In der Realität sieht das meist anders aus. Im Gegensatz zu anderen Anschaffungen und Umstrukturierungen, die ein Betrieb so tätigt, ist die Digitalisierung kein One-Size-Produkt, das man sich geschwind kaufen und über Nacht implementieren kann. Die sprichwörtliche eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht. Auch wenn dies manche Anbieter so versprechen, um ein Produkt zu verkaufen, das Unsummen an Kosten, dafür Hunderte Funktionen bringt – von denen eine mehr als überschaubare Anzahl wirklich benötigt werden, und sogar diese sind mehr schlecht als recht umgesetzt. Unternehmen kennen oft das beste Vorgehen nicht, sind deshalb überrascht über die Kosten dieser Mega-Pakete, glauben jedoch oft gemäß dem Motto „viel hilft viel“ die richtige Entscheidung zu treffen.


„Bitte einmal das Cloud Computing Framework in blau-metallic, mit Omnichannel Customer Relationship Management und fetzigen Alufelgen.“


Was in vielen Fällen nicht weiter von der Wahrheit entfernt liegen könnte. Die Bedürfnisse eines jeden Unternehmens sind individuell und grundverschieden, im Grunde umfasst die Digitalisierung eines Unternehmens jedoch vier Bereiche, in denen eine schrittweise Umstellung sinnvoll ist:


1. Digitalisierung von bisher analogen Prozessen

Das vielleicht Naheliegendste. Zum Beispiel werden Informationen, die bisher mühsam von Hand notiert und ausgehängt werden, in digitaler Form allen, die sie benötigen, zugänglich gemacht.


2. Automatisierung von bisher manuell durchgeführten Prozessen

Dies beinhaltet nicht nur die Digitalisierung von Analogem wie oben erwähnt, sondern auch Prozesse, die zwar bereits digital per PC o.ä. erfolgen, jedoch immer noch von einem Mitarbeiter von Hand erledigt werden müssen.


3. Optimierung eines Prozesses durch Datenanalyse, KI und Big Data

So versiert ein Mitarbeiter eines Unternehmens in seiner Branche und seiner Sparte ist, mit rein menschlichen Ressourcen ist das Lokalisieren von Problemen und Schwachstellen, aber auch Effizienz-Hindernissen oft nicht zu stemmen. Künstliche Intelligenz und die Auswertung von großen Datenmengen und Erkennen von komplexen Zusammenhängen kann hier Lösungen für Probleme aufzeigen, die zuvor teils gar nicht als solche erkennbar waren.


4. Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle

Mit der Digitalen Innovation kommt auch ein veränderter Markt auf, in den es, wo nötig, sich harmonisch einzufügen gilt. Ob dies nun das Hinzufügen von Digitalem zu Bestehendem ist – ein Vor-Ort-Geschäft, das einen Online-Shop aufzieht – oder ein gänzliches Umdenken der Unternehmensstrategie, wird evaluiert und umgesetzt.


Daraus entsteht je nach Bedarf eine App (Smartphone, Web-App oder ein zentrales Dashboard), eine BI (Business Intelligence), also eine KI die im Hintergrund analysiert, auswertet und automatisiert, oder ein ganz neues Geschäftsmodell. Der springende Punkt ist, dass dieses Endprodukt auf die individuellen Anforderungen und Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnitten ist und auf jedem Schritt der Entwicklung angepasst und neu definiert werden kann. Wir sind Digital Innovation Artisans, also Handwerker der Digitalen Innovation. So wie ein Tischler keinen Einbau-Schrank nach Augenmaß fertigt, sondern dreimal misst bevor er einmal sägt, so begleiten auch wir euch auf jedem Schritt der Digitalisierung und passen uns den Gegebenheiten an. Dies wirkt sich auch positiv auf die Kosten aus. Lasst uns dazu ein wenig weiter ausholen:


Die ganze Entwicklung ist ein gemeinsamer Prozess


Zuallererst muss ein Ziel definiert werden, das es zu erreichen gilt. Oft sind Unternehmen überfordert von den Fragen, die die Digitalisierung aufwirft, und möchten am liebsten so viele Bereiche wie möglich abdecken, um auf Nummer sicher zu gehen. Dies ist, trotz aller guten Absichten, eine unproduktive Sicht der Dinge und Herangehensweise. Eine Lösung muss auf ein bestimmtes Problem hin entwickelt werden und dieses zuverlässig beheben, Punkt. Eventuelle andere Fragestellungen können in einem zweiten Moment ebenso gezielt angegangen werden. Diese Fokussierung auf spezifische Ziele in der Entwicklung spart zum einen allen Beteiligten Zeit und Aufwand (und Nerven), senkt zum anderen aber auch die Kosten. Die Frage, die wir uns stellen, lautet also nicht Was wünscht sich das Unternehmen? sondern Was braucht das Unternehmen? – was sich erfahrungsgemäß oft gravierend unterscheidet.


„Ok, also doch keine Alufelgen? Schade.“


Verringerte Kosten durch konstantes Feedback


Hier bietet sich das MVP-Konzept an. MVP steht für Minimum Viable Product (dt. etwa: minimal funktionsfähiges Produkt) und bezeichnet nichts anderes als die Erstellung eines Produkts in einer Entwicklungsstufe, die gerade so weit funktioniert, dass erstes funktionales Testen möglich ist. Dies spart Kosten, da nicht zuerst eine vollwertige Lösung erstellt werden muss, auf die Gefahr hin, dass einiges davon sich als nicht verwendbar oder unnötig herausstellt. Das Unternehmen kann diese Lösung bereits ansatzweise testen und sich über den Nutzen eine konkrete Meinung bilden. Was Sinn ergibt, wird für einen zweiten Entwicklungszyklus behalten, anderes verworfen. So wird in mehreren Zyklen aus Testphasen und Feedback ein optimaler, lösungsorientierter Ansatz geschaffen, der immer gerade so weit weiterentwickelt wird, bis eine weitere Vertiefung der Tests möglich ist und das Unternehmen Basis für weiteres Feedback hat.


So viel wie nötig, so wenig wie möglich.


Unterstützung durch Förderungen


Ein weiterer Punkt, der die Kosten für das einzelne Unternehmen teils drastisch verringern kann und trotzdem Mittel für größere Projekte zur Verfügung stellt, ist die Möglichkeit, sich Unterstützung von öffentlichen Institutionen zu sichern. Die großflächige Digitalisierung ist nicht erst seit Beginn der Pandemie ein Herzensanliegen der Politik und Wirtschaft; die Industrie 4.0 (also die nachhaltige Nutzung von Internet und digitaler Vernetzung) ist bereits seit Anfang der 2010er-Jahre ein gängiges Schlagwort. Sowohl einzelne Bundesländer und Regionen wie Berlin, Sachsen, Thüringen, Südtirol, Tirol als auch die zuständigen EU-Organe unterstützen bereitwillig die Digitalisierung von Unternehmen mit Ressourcen, Geldmitteln und anderen Förderungen, um ein Hinterherhinken einiger Branchen zu verhindern und die Digitalisierung voranzutreiben. Zum Beispiel soll im Februar 2021 EU Horizon gestartet werden, ein Rahmenprogramm für Innovation und Forschung, das Fördermittel von bis zu 95 Mrd. € ausschütten wird. Zu unseren Dienstleistungen gehört es somit auch, passende Unterstützungen für das Unternehmen, wo vorhanden, ausfindig zu machen und deren Erhalt in die Wege zu leiten oder zumindest den Weg in diese Richtung zu weisen.


Fazit:


Die Digitalisierung ist ein unaufhaltbarer Prozess, der inzwischen jede Branche und jeden Wirtschaftszweig betrifft. Doch genügt es nicht, sich vorgefertigten, suboptimalen Lösungen auszuliefern, die den Übergang erschweren und die Handhabung verkomplizieren. Wir sehen es als unsere Mission, Aufwand und Kosten für die Unternehmen so gering wie möglich zu halten und gleichzeitig eine maximal effiziente und zielorientierte Lösung zu finden, die das Problem des Kunden erkennt und gezielt behebt, und vielleicht sogar in einen Vorteil für seinen Betrieb umwandelt. Wie genau wir das anstellen, lest ihr im Detail in unseren zukünftigen Artikeln. Stay tuned!


Bildquellen: picspree.com, pixabay.com, Wikimedia Commons

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